Ich habe ein bisschen mit Wolle und Farben experimentiert. Zuerst mit ein paar Knäuel naturfarbener Sockenwolle (die ich schon in meinem Wollekorb hatte) und Ostereierfarben. Das ist eigentlich ganz einfach:
- Wolle zu einem Strang aufwickeln (Profis machen das mit einer Haspel, für Laien tun es auch zwei Stuhllehnen)
- Stränge in Wasser mit einem guten Schuss Essig einige Stunden einweichen
- Ein tiefes Backblech mit ein paar Schichten Klarsichtfolie auslegen
- Stränge aus dem Essigwasser nehmen, ein bisschen ausdrücken und auf das Klarsichtfolienblech legen
- die Ostereierfarbe nach Anweisung anrühren
- mit einer Schöpfkelle (oder einem Löffel) die Farbe je nach Wunsch und Kreativität auf den Wollestrang träufeln (evtl. Strang umdrehen und auch die Rückseite färben)
- den Strang in der Klarsichtfolie einschlagen, das Päckchen in eine Mikrowellenform legen und 3 Minuten bei 650 Watt in der Mikrowelle fixieren
- Wolle abkühlen lassen (Wichtig! Die ist knalleheiß!) und überschüssige Farbe ausspülen
- gefärbe Stränge zum Trocknen aufhängen und später zum Knäuel aufwickeln
- schöne Socken (oder wasauchimmer) stricken
Das waren meine ersten Stränge:
Hier war ich dann schon sparsamer in der Farbauswahl. Die dunklen Stellen waren ein Überraschungsei (passend zur Ostereierfarbe), eine Mischung aus rot und blau. Das sollte eigentlich Lila ergeben, es wurde jedoch zuerst grau, später dann sogar grünlich.
So richtig überzeugt war ich nicht davon, aber ich wartete einfach mal ab.
Als Knäuel sah die Wolle dann gar nicht mehr so schrecklich bunt aus. Deutlich zu sehen war jedoch, dass eines linken Knäuels dunkler ist, als das andere - eben Vorder- und Rückseite des ersten Färbeversuchs.
Das zweite Paar Socken ist dann schon nicht mehr unterschiedlich. Ich habe da mit einem kleinen Zopfmuster experimentiert.
Tja, jetzt hatte mich dann doch die Färbelust gepackt und so habe ich mir ein paar weiße Sockenwolleknäuel gekauft und eine Flasche von unserem selbstgemachten (zuckerfreien) Saft von schwarzen Johannisbeeren geopfert. Das Glas habe ich zwei Tage in die Sonne gestellt, anschließend habe ich die Wolle aber trotzdem nochmal in die Mikrowelle gepackt.
- zuerst den Saft ins Glas geben
- dann den unteren Strangteil eine Weile einlegen
- nach einiger Zeit vorsichtig das Glas mit Wasser auffüllen
- vorsichtig das obere Strangteil ins Glas legen
Mit einer Probepackung an richtigen Säurefarben für Wolle habe ich dann die restliche weiße Sockenwolle gefärbt. Dabei habe ich *hust* die höchst komplizierte Färbeanleitung ignoriert und alles wie mit den Ostereierfarben gehandhabt.
Die Ergebnisse sind dafür aber gar nicht schlecht geworden, oder? *g*
Ich freue mich jetzt schon darauf, daraus etwas zu stricken. Aber ich habe gerade noch etwas anderes auf den Nadeln.